Naturhotel Forsthofgut
Das Naturhotel Forsthofgut ist ein Familienhotel in Leogang, Salzburgerland, mit Kinderbetreuung ab 2 Jahren. Dieses Natur- und Wellnesshotel im Salzburger Land bietet Kinderbetreuung, einen eigenen Kinderbauernhof und Ponys, ist aber kein reines Familienhotel.
Leogang, Salzburgerlandforsthofgut.atinfo@forsthofgut.at+43 6583 8561
Auf einen Blick
Eine Woche im Naturhotel Forsthofgut
Halbpension
Wenn ich an das Forsthofgut denke, bin ich ziemlich schnell wieder auf der Frühstücksterrasse. Vor mir der angelegte Badesee, dahinter die Leoganger Steinberge, dazu ein Cappuccino, dem offenbar genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde wie dem ganzen Haus drumherum. Wir hatten bei unserem Aufenthalt wunderbares Wetter, was solchen Erinnerungen natürlich hilft. Aber die Sonne allein erklärt dieses Gefühl nicht. Es lag auch daran, wie selbstverständlich hier selbst kleine Dinge sorgfältig behandelt wurden: ein Glas Wasser, eine selbst gemachte Limonade, die Art, wie jemand eine Bestellung aufnimmt.
Ich mag das sehr. Diesen aufmerksamen Service, bei dem man einen Sonderwunsch äußern könnte, ohne vorher innerlich um Entschuldigung zu bitten. Manche Menschen empfinden so viel Zuwendung vielleicht als etwas zu viel. Ich genieße es, wenn ein Haus einen hohen Anspruch hat und die Menschen dabei herzlich bleiben. Auf dieser Terrasse kam für mich vieles zusammen, was das Forsthofgut besonders macht. Der See bildet die Mitte einer ziemlich großen Anlage, und trotzdem wirkte sie während unserer drei Tage angenehm geordnet und keineswegs überlaufen.
Zum Frühstück gehört für mich auch dieser persönliche Umgang. Sich zu merken, wie jemand seinen Kaffee trinkt, ist eine kleine Aufmerksamkeit, die ich sehr schätze. Mit Kindern am Tisch hat man ohnehin genug im Blick, und ich genieße es, wenn der Service mitdenkt, ohne dass ich um jede Kleinigkeit bitten muss. Zwischen den schönen Materialien und großen Investitionen darf auch die Frage wichtig sein, wie jemand morgens seinen Kaffee mag.
Ein Haus, das sich Menschen merkt
Schon beim Ankommen hatten wir das Gefühl, erwartet zu werden. Draußen stand eine Tafel mit der Begrüßung der anreisenden Gäste, und an der Rezeption wusste man, dass Familie Berg kommen würde. Es entwickelte sich erst einmal ein freundlicher Schnack. Natürlich gehört ein höflicher Empfang zu einem guten Hotel. Hier war aber diese zusätzliche Wärme dabei, durch die aus einer Ankunft mehr wird als die Übergabe von Daten, Kreditkarte und Zimmerschlüssel. Ich hatte unmittelbar den Eindruck, dass die Menschen sich freuten, dass wir da waren.
Gerade in einem großen Hotel macht dieser persönliche Umgang für mich viel aus. Ich mag es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich um uns kümmern, und dabei auch als Familie willkommen zu sein. Ein bisschen Vertrautheit gehört für mich zu einem guten Aufenthalt dazu. Unser herzlicher Empfang hat dafür gleich den Ton gesetzt. So viel Freude mir die schönen Räume machen: Die Menschen im Haus tragen mindestens genauso dazu bei, dass ich mich dort wohlfühle.
Wer selbst ein Unternehmen mit Mitarbeitenden führt, weiß, wie anspruchsvoll es ist, eine solche Haltung durch einen ganzen Betrieb zu tragen. Ein freundlicher Mensch an der Rezeption ist das eine. Dass einem diese Aufmerksamkeit an verschiedenen Stellen eines großen Hotels begegnet, verlangt deutlich mehr. Bei uns war genau das spürbar. Auch der Schnack mit dem Gastgeber passte dazu. Ich hatte das Gefühl, dass der Anspruch der Familie Schmuck im Alltag tatsächlich ankommt.
Christoph Schmuck führt das Haus seit 2006, Christina gemeinsam mit ihm seit 2010. Die Geschichte des Guts reicht bis 1617 zurück, als es erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1960 begannen Christophs Großeltern mit der Vermietung von zwei Gästezimmern. Wer heute vor der Anlage steht, braucht für diesen Anfang etwas Vorstellungskraft. Über Jahrzehnte ist ein Ensemble gewachsen, zu dem 2011 das waldHAUS und zehn Jahre später das Seehaus hinzukamen. Unterschiedliche Bauphasen, Übergänge und Erweiterungen verbinden sich miteinander; Christina Schmuck prägt die Gestaltung, deren gemeinsame Sprache man trotz der Größe überall wiederfindet.
Holz, Leder und Stein, warme Farben und sorgfältig ausgewählte Möbel geben den Räumen Zusammenhalt. Dazu kommen zurückhaltendes Licht und Kunst, die ihren Platz im Haus hat. Alles wirkt hochwertig, ohne dass jede Oberfläche um Aufmerksamkeit kämpfen müsste. Mir gefällt, dass die Wege trotzdem nicht völlig glattgebügelt sind. Gerade im Untergeschoss kam ich beim Herumstromern gelegentlich an einer Stelle heraus, mit der ich nicht gerechnet hatte. Solche kleinen Überraschungen mag ich. Ein geradliniger Grundriss hätte vielleicht einige dieser schönen Ecken gar nicht hervorgebracht. Hier konnte ich mich jedenfalls gut damit anfreunden, nicht immer sofort zu wissen, wo ich herauskommen würde.
Unsere Natursuite Lebensquell passte gut in diese Materialwelt. Auf 39 Quadratmetern verbindet sie Wohn- und Schlafbereich, dazu kommen Holztäfelung in Kassettenoptik, Möbel der Wiener Manufaktur Wittmann und ein Marmorbad mit freistehender Badewanne. Das Bad ist teilweise offen und hat einen freien Blick in den Schlafraum. Der Name Suite sollte deshalb keine falsche Vorstellung wecken: Ein separates Kinderzimmer gibt es hier nicht. Wer für den Familienabend eine Tür zwischen den schlafenden Kindern und dem eigenen Aufenthaltsbereich braucht, sollte bei der Zimmerwahl genau auf den Grundriss schauen. Uns gefiel dieses Zimmer sehr, gerade weil sich die Sorgfalt des Hauses auch hier fortsetzte.
Das Frühstück gibt den Takt vor
Vom Zimmer führt der Weg morgens in den Genussmarkt. Der Name passt, weil sich das Frühstück auf verschiedene kleine Marktstände verteilt, zwischen denen man sich bewegt. Bei der Bäckerei liegt das hausgemachte Brot, in der Käserei stehen Käse und Milchprodukte, das Blattwerk versammelt Obst und Gemüse. Dazu kommen Metzgerei, Saftbar und Kaffeebar sowie frisch zubereitete Eierspeisen und Pancakes. Das Angebot ist groß, aber durch diese Aufteilung bleibt es übersichtlich. Man steht nicht vor einer einzigen langen Reihe, an deren Ende man schon wieder vergessen hat, was am Anfang interessant aussah.
Für mich waren es vor allem die vielen Möglichkeiten, ein Frühstück nach meinem eigenen Geschmack zusammenzustellen. Frische kleine Drinks und Ingwer-Shots, Zutaten fürs Müsli, Salate und eine Brotauswahl, die in meiner Erinnerung ausgesprochen großzügig ausfällt. Meine damalige innere Zählung war vermutlich nicht wissenschaftlich belastbar. Jedenfalls musste niemand aus Mangel an Alternativen ein zweites Mal dasselbe Brot nehmen. Auch die Präsentation gefiel mir: Die Kühlung ist in die Küchenblöcke integriert, der Genussmarkt kommt ohne Einzelverpackungen aus, und die Lebensmittel sind sorgfältig untergebracht. Das gehört für mich zu einem guten Buffet genauso dazu wie die Auswahl.
Lange war das Frühstück im Ritz-Carlton in Berlin meine persönliche Referenz, wobei mein letzter Besuch dort inzwischen zurückliegt. Das Forsthofgut hat es für mich abgelöst. Meine Vorlieben haben sich über die Jahre allerdings auch verändert. Ein hoher Bioanteil und eine große Auswahl an frischen, gesunden Lebensmitteln machen mich heute besonders glücklich. Hier hatte ich das Gefühl, bei meinem Müsli und allem drumherum genau so eigen sein zu dürfen, wie ich wollte. Die Auswahl gab das einfach her, ohne dass daraus eine Sonderbestellung werden musste.
Bei unserem Aufenthalt wurde von sieben bis elf Uhr gefrühstückt. Mit zwei kleinen Kindern ist ein solches Zeitfenster angenehm, auch wenn sie selbst möglicherweise deutlich andere Vorstellungen vom Ausschlafen haben. Draußen auf der Terrasse bekommt das Frühstück noch einmal einen anderen Rahmen. Der Blick geht über Garten und Badesee zu den Steinbergen, und die Größe der Anlage wird von dort aus eher zu Weite als zu Unübersichtlichkeit. Man sitzt mitten im Hotel und hat gleichzeitig die Landschaft vor sich. Für mich war das einer der schönsten Plätze des Hauses.
Unsere gebuchte ForsthofgutKÜCHE war ein Halbpensionspaket: Frühstück, am Nachmittag der sogenannte KüchenGRUSS und abends das Menü. Die nachmittäglichen Kostproben greifen die drei Küchenlinien des Hauses auf und bilden eine kleine Zwischenstation. Ein reguläres Mittagessen für Erwachsene ist damit nicht pauschal eingeschlossen; die Jause sollte man also nicht schon gedanklich zum vollständigen Mittagessen ausbauen. Für uns war ohnehin die Verbindung aus Unterwegssein und Zurückkommen wichtig. So schön dieses Hotel ist, die Berge davor sind ein ziemlich überzeugendes Argument, es zwischendurch auch zu verlassen.
Draußen ist noch eine ganze Welt
Das Forsthofgut liegt im Ortsteil Hütten, ungefähr vier Kilometer vom Leoganger Ortskern entfernt, mit dem Wald im Rücken und den Steinbergen gegenüber. Bei der Anfahrt reihen sich schon andere bekannte Hotels entlang des Tals auf. Als wir am Forsthofgut ankamen, hatte ich dieses angenehme Gefühl, nun ganz hinten und richtig angekommen zu sein. Dazu diese Bergkulisse, bei der man nicht lange erklären muss, weshalb Menschen hier wandern möchten. Leogang ist schon ein ziemlich guter Ort, wenn man gern draußen ist und sich dabei auch noch etwas anschauen möchte.
Wir waren jeden Tag mit den Kindern unterwegs und gingen anschließend schwimmen. Viel komplizierter musste unser Programm gar nicht werden. Die Talstation der Asitzbahn liegt etwa 200 Meter vom Hotel entfernt; im Sommer 2025 waren Bergbahnfahrten über die Saalfelden Leogang Card inklusive. Damit liegt auch für Familien ein großes Stück Bergwelt nahe. Eine gemeinsame Unternehmung muss schließlich nicht daran scheitern, dass der Weg vom Tal bis zum eigentlichen Ziel für kleine Beine bereits das gesamte Tagespensum aufbrauchen würde. Und die Rückkehr ins Hotel hatte mit dem Wasser vor der Tür ohnehin ihren eigenen Reiz.
Für kleinere Entdeckungen muss man das Gelände allerdings nicht verlassen. Am miniGUT, dem Kinderbauernhof, orientieren sich die Gebäude an den Höfen des Pinzgaus. Dort lebten schon bei unserem Aufenthalt neben Shetlandponys auch Schafe, Hasen, Schweine, Ziegen und Hühner sowie Esel und Alpakas. Kinder können beim Versorgen der Tiere helfen. Zum Gelände gehört außerdem ein Wildgehege mit Hirsch Rocky, der dem Kinderclub seinen Namen gegeben hat. So zieht sich die Tierwelt bis in die Namen und Angebote des Hauses, während am Bauernhof selbst erst einmal Tiere zu beobachten und kennenzulernen sind.
Mich hat besonders beeindruckt, was die Familie Schmuck beim Reitstall gebaut hat. Die seit 2022 bestehende Anlage hat unter anderem eine 20 mal 40 Meter große Reithalle, dazu kommen weitläufige Weideflächen, ein Kleintierstall und ein Hindernisparcours. Das ist schon eine Ansage. Zu diesem Aufwand gehört für mich auch die Frage, wie Kinder an die Pferde herangeführt werden. Beim ersten Mal auf einem Pferd zählt eine gute Begleitung besonders; man lernt das Tier kennen und probiert etwas aus, das zu Hause oft gar nicht zum Alltag gehört. Ich mag solche Gelegenheiten im Urlaub. Dass ein Kind Freude an diesem ersten Versuch hat, ist mir dabei genauso wichtig wie die eindrucksvolle Anlage.
Beim Außenspielplatz war meine Begeisterung etwas kleiner. Es gibt am miniGUT durchaus einiges zu entdecken, etwa ein Baumhaus, Balancierstämme, eine Waldrutsche, Bodentrampoline und eine Kugelbahn. Der Bereich, den wir erlebten, lag aber am Hang, hatte viel Kies und bei unserem Wetter reichlich pralle Sonne. Für uns Barfußmenschen, also die Kinder und mich, war das nicht ideal. Schön und nett fand ich es trotzdem, nur eben nicht so außergewöhnlich wie vieles andere im Haus. Das war für mich der einzige Hotelbereich, der gegenüber dem sonst sehr hohen Niveau etwas abfiel.
Wieder am Wasser
Nach unseren Ausflügen zog es uns zurück zum Schwimmen. Dabei wurde der See immer wieder zum räumlichen Mittelpunkt des Aufenthalts. Er liegt eingebettet in den 30.000 Quadratmeter großen Garten, und beim Blick über das Wasser hat man gleichzeitig die Berge und das Hotel vor sich. Mir machte es einfach Freude, dort zu sein und diese Anlage anzuschauen. Man sieht, wie viel Sorgfalt in die Verbindung von Gebäuden, Garten und Wasser geflossen ist. Während unserer Tage funktionierte dieses Zusammenspiel auch mit den unterschiedlichen Gästen erstaunlich gut.
Seit 2021 gehört das Seehaus dazu. Sein beheizter Seepool scheint optisch geradewegs in den Badesee überzugehen, obwohl beides unterschiedliche Badebereiche sind. Heute bietet der Pool 33 Grad warmes Wasser und Whirl-Liegen mit Blick auf die Steinberge. Zum Seehaus gehören außerdem Onsen und Seesauna. Das Wasser ist damit weit mehr als eine schöne Fläche vor der Terrasse: Rundherum liegen verschiedene Möglichkeiten, zu baden, sich aufzuwärmen oder einfach auf die Berge zu schauen. Der Blick, der morgens das Frühstück begleitet, bleibt auch später am Tag Teil des Aufenthalts.
Im Familienbereich setzt sich die Wasserwelt drinnen fort. Die große Schwimmhalle, Kinder- und Babybecken sowie drei Rutschen, darunter eine 70 Meter lange, gehörten schon 2025 dazu. Sehr präsent ist mir, wie schön die Poollandschaft und gerade der Bereich für kleinere Kinder angelegt waren. Zwischen den Becken gibt es Familienkojen, in denen man als Familie einen gemeinsamen Platz hat. Die unterschiedlichen Bereiche geben dem Schwimmen dabei mehr Raum, als es ein einzelner Hotelpool könnte: vom Planschen mit den Kleinsten bis zur langen Rutsche.
Die Wasserwerkstatt nimmt das Thema noch einmal anders auf. In ihrer heutigen Gestaltung überraschen versteckte Waldtiere mit Fontänen; dazu kommen Spritzpistolen und ein Wasserfall. Das ist ein eigener Spielbereich im Wasser, neben dem eigentlichen Schwimmen. Baby- und Kinderbecken sind heute mit 25 beziehungsweise 50 Zentimetern Tiefe und jeweils 33 Grad Wassertemperatur angelegt. Auch eine gemeinsame Sauna gehört zum Familienangebot: Rockys Zirbensauna ist mit 40 Grad vergleichsweise mild, und Kinder dürfen mit hinein. Das Thema Wald endet hier also nicht an der Tür zum Hallenbad.
Direkt am See zeigt sich außerdem, wie eng Baden und gutes Essen beieinanderliegen. Im japanischen Restaurant Mizūmi arbeiten die Sushimeister in einer offenen Küche, während draußen die Steinberge den Hintergrund bilden. Mir gefällt an dieser Lage, dass das Essen so nah am Wasser bleibt. Der Blick, den ich auf der Frühstücksterrasse so genossen habe, gehört hier auch zum Mittagessen. Sushi lässt sich außerdem direkt ans Wasser bringen; man muss den Platz am See dafür also nicht verlassen. Mizūmi gehört zu den separat berechneten Restaurants des Hauses und eröffnet damit eine zusätzliche Möglichkeit für die Zeit zwischen Frühstück und Abendmenü.
Für unsere Tochter kam nach den Ausflügen auch der Rocky’s Club hinzu. Sie war nachmittags dort, und das Betreuungsteam habe ich ausgesprochen positiv in Erinnerung. Diese freundliche, zugewandte Haltung, die mir im übrigen Hotel auffiel, setzte sich im Umgang mit den Kindern fort. Der Club stand 2025 täglich von neun bis 21 Uhr für Kinder ab zwei Jahren kostenlos zur Verfügung, einschließlich gemeinsamer Mittag- und Abendessen. Unser Sohn war dafür noch zu klein. Für jüngere Kinder gibt es gesondertes Babysitting gegen Aufpreis; das ist bei der Planung von Paarzeit ein wesentlicher Unterschied.
Zum Club gehören Entdeckungstouren am miniGUT und auf dem Waldspielplatz ebenso wie das Basteln im eigenen Art Studio. Der Reitstall beherbergt damit mehr als Pferde: Schon 2025 gab es dort eine Werkstatt, in der Kinder handwerklich arbeiten konnten. Heute liegt das Art Studio im ersten Stock des Reitstalls, mit einer Holzwerkstatt für Kinder ab vier Jahren und Malen nach Arno Stern ab zwei. Einzelne Kurse werden zusätzlich berechnet. Tiere, Holz und Farben stehen hier recht selbstverständlich nebeneinander; der Nachmittag kann sich also auch dann gut füllen, wenn gerade kein Ausflug auf den Berg ansteht.
Mit einem Baby werden andere Räume und Hilfen wichtig. Es gibt einen Eltern-Kind-Raum und auf Wunsch ein Babypaket mit Bett, Wickeltisch und Windeleimer, dazu selbst gekochten Babybrei. Buggys und Kindertragen lassen sich ausleihen, ein Babyphone gibt es auf Anfrage. Solche Dinge sind weniger spektakulär als eine Reithalle, können in dieser Familienphase aber mindestens genauso wertvoll sein. Bei einem Kind unter einem Jahr ist schließlich noch vieles von dem, was ein Hotel anbietet, eher ein Ausblick auf spätere Urlaube.
Während sich ein Teil des Hauses auf Familien einstellt, gehört zum waldSPA ein eigener Erwachsenenbereich ab 16 Jahren. Von insgesamt 5.700 Quadratmetern entfallen 3.500 auf diesen getrennten Teil. Zur Altholzsauna kommen Kräuter- und Dampfbäder, zum Whirlpool ein 25-Meter-Sportbecken. Wer Bahnen schwimmen möchte, findet dafür ebenso einen Ort wie jemand, der zwischen zwei Saunagängen im Ruheraum bleibt. Auch ein Kaminzimmer gehört dazu, daneben steht ein 300 Quadratmeter großer Fitnessraum zur Verfügung. Die Größe des Wellnessbereichs zeigt sich hier vor allem in den unterschiedlichen Räumen und Möglichkeiten, Zeit zu verbringen.
Für mich fühlt sich das Forsthofgut deshalb eher wie ein Mehrgenerationenhaus an als wie ein Hotel, das sich vollständig um ein Kinderprogramm herum organisiert. Wir nutzten die Betreuung als Ergänzung unserer gemeinsamen Zeit. Gleichzeitig gibt es Rückzugsbereiche für Erwachsene und genügend Angebote, um einen Aufenthalt ganz anders zu gestalten als wir. Mir gefiel diese Offenheit. Wir waren mit unseren Kindern da, aber meine Freude an Architektur, gutem Service und Essen hatte genauso ihren Platz. Am Abend wurde gerade der letzte Punkt noch einmal besonders interessant.
Fünf Gänge und ein ganz normaler Kinderwunsch
Die Restaurants verteilen sich auf kleinere Stuben, wodurch das Essen trotz der Größe des Betriebs einen persönlicheren Rahmen erhält. Man sitzt in einzelnen Räumen, statt den gesamten Hotelbetrieb an einer großen Tischlandschaft abzulesen. Zum Ensemble gehört etwa der Rote Salon; draußen erweitert die Terrasse an der Seeseite die Möglichkeiten. Die Materialwelt des Hauses hält diese unterschiedlichen Orte zusammen, während jeder seinen eigenen Rahmen für den Abend bietet. Das passt zu einer Küche, für die man sich Zeit nehmen soll. Bei unserem Aufenthalt wurde das Abendmenü von 18.30 bis 21 Uhr angeboten.
Das Abendessen der ForsthofgutKÜCHE besteht aus fünf Gängen, die sich frei aus drei Linien kombinieren lassen: alpin-mediterran, vegan und R50. Man muss sich also nicht für einen kompletten Menüweg entscheiden. Die alpin-mediterrane Küche greift Einflüsse aus den sieben Alpenländern auf, während bei R50 die Zutaten aus höchstens 50 Kilometern Entfernung stammen. Viele kommen vom eigenen Mauthof. Dieser bewirtschaftete Bergbauernhof gehört seit 2017 zum Betrieb und liegt auf der Sonnenseite von Leogang auf rund 1.000 Metern. Er ist ein anderer Hof als das miniGUT mit seinen Tieren für die Kinder.
Auch der Bioanspruch war bei unserem Aufenthalt konkret hinterlegt: 2025 verwendete die Küche dauerhaft 200 Bio-Produkte, darunter Milch und Eier aus Leogang. Für mich gehörte das Essen hier zu den besten kulinarischen Hotelerfahrungen überhaupt. Gerade bei einem Betrieb dieser Größe fand ich bemerkenswert, wie kreativ und sorgfältig gekocht wurde. Das Abendessen lag in meinen Augen auf Sterneniveau. Die freie Kombination der Linien gefiel mir zusätzlich, weil sie diesen Anspruch mit einer angenehmen Offenheit verbindet. R50 kann den ganzen Abend prägen, muss es aber nicht. Man darf einfach auswählen, worauf man Lust hat.
Wie weit dieser Küchenanspruch in den Familienurlaub hineinreicht, zeigte sich bei uns an einer sehr bodenständigen Frage. Unsere vierjährige Tochter wollte Pommes. Das Forsthofgut versteht sich ausdrücklich als pommesfreies Haus, und ich meine, dass es stattdessen Kartoffelspalten gab. Ob gebraten oder gebacken, bekomme ich nicht mehr sicher zusammen. Sehr klar erinnere ich mich aber an meine eigene Reaktion auf das Konzept: Ich finde es gut, dass auch beim Kinderessen frisch gekocht und die gesündere Auswahl ernst genommen wird. Zugleich fragte ich mich, ob ich diese Haltung in jeder kommenden Altersphase unserer Kinder gleich entspannt begleiten würde.
Im Urlaub möchte man schließlich nicht jede Mahlzeit zu einer pädagogischen Veranstaltung machen. Es gibt wahrscheinlich Phasen, in denen man über die Kartoffelform einfach nicht verhandeln möchte. Bei uns wurden die Kinder trotzdem sehr glücklich mit dem Essen und probierten Neues, das zu Hause womöglich weniger Anklang gefunden hätte. Welche Bedeutung diese Offenheit für einen Aufenthalt bekommt, hängt stark vom jeweiligen Kind ab. Dass die Gastgeber selbst Kinder haben, macht mich jedenfalls neugierig, wie sich ihr Blick darauf mit den Jahren weiterentwickelt.
Auch fünf Gänge muss man als Familie erst einmal wollen. Ich freue mich auf so ein Menü und nehme mir gern Zeit dafür. Mit kleinen Kindern gehören aber der Beginn um 18.30 Uhr und die Dauer des Essens genauso zur Entscheidung wie das, was die Küche serviert. Ein langes Abendessen verlangt von allen am Tisch Zeit und Geduld, und beides ist nach einem Urlaubstag mit kleinen Kindern nicht unbegrenzt vorhanden. Den Wunsch nach einem unkomplizierteren Abend verstehe ich deshalb gut, auch wenn ich selbst von diesem Essen begeistert war. Die Qualität auf dem Teller entscheidet eben nicht allein darüber, ob eine Mahlzeit zum Familienalltag passt.
Ich mag zugleich, dass ein Familienurlaub Platz für verschiedene Vorstellungen vom Abend lässt. Im Rocky’s Club gibt es ein gemeinsames Kinderabendessen, und die Betreuung reicht bis 21 Uhr. Das lässt Zeit für ein Menü zu zweit, sofern die Kinder alt genug sind und gern dort bleiben. Bei uns war der Club eine Ergänzung am Nachmittag nach den Ausflügen; unser Sohn war für die reguläre Betreuung noch zu klein. Die langen Öffnungszeiten allein bedeuten also noch keine freie Zeit als Paar. Mit einem jüngeren Kind braucht es dafür gesondertes Babysitting gegen Aufpreis.
Wer die Kulinarik weiter vertiefen möchte, findet neben Mizūmi zwei zusätzliche Restaurants gegen Aufpreis. Im 1617 verbindet sich österreichische Küche mit klassischem Service am Tisch, etwa bei Tatar oder Crêpe Suzette. Die Bauernstube blickt auf eine lange Geschichte zurück und erhielt im Mai 2023 neu gestaltete Räume. Das silva unter Michael Helfrich ist mit zehn Plätzen deutlich intimer. Im Gault&Millau-Guide 2025 wurde es mit drei Hauben und 16 Punkten bewertet; im Guide 2026 sind es inzwischen vier Hauben und 17 Punkte. Diese Entwicklung liegt nach unserem Aufenthalt.
Hinterher wartet noch die Botanist-Bar, gestaltet wie eine alte Apotheke mit Fläschchen, beschrifteten Schubladen und einer Apothekerwaage. Mir gefällt, wie konsequent solche Ideen ausgearbeitet sind und wie sie zum übrigen Haus passen, ohne überall gleich auszusehen. Mit dem weinWALD gibt es außerdem einen eigenen Weinkeller, in dem die Auswahl mit der Sommelière und Verkostungen in kleiner Runde ihren Platz haben. Wer möchte, kann aus dem Urlaub hier eine ziemlich ausgedehnte Beschäftigung mit gutem Essen und Trinken machen.
Mit den Möglichkeiten wachsen allerdings auch die Ausgaben: Spezialrestaurants, Getränke am Abend und einzelne Aktivitäten wie Reiten oder Kurse kommen zusätzlich hinzu. Das Forsthofgut ist kein All-inclusive-Haus, und die Bereitschaft, sich diesen Urlaub zu leisten, sollte zur eigenen Erwartung passen. Als unser allererstes Familienhotel hätte ich es vermutlich nicht gebucht. An eine solche Ausgabe musste ich mich erst herantasten.
Für mich hat sich der Aufenthalt außergewöhnlich angefühlt; das Forsthofgut gehört zu den besten Hotels, in denen ich bisher gewesen bin, vielleicht steht es sogar ganz oben. Mein Urteil hängt auch daran, wie viel Freude mir ein aufmerksamer Service, eine durchdachte Gestaltung und diese Art von Küche machen. Ich kann mich für einen richtig guten Cappuccino genauso begeistern wie für eine kreative Idee im Abendmenü. Wer diese Dinge weniger gewichtet, wird den Mehrwert anders empfinden.
Meine Frau ist dafür das naheliegendste Beispiel. Sie kann mit einer guten Suppe vollkommen zufrieden sein und braucht den ganzen kulinarischen Schischi nicht unbedingt. Manchmal ist ihr das sogar ein bisschen viel, während ich mich noch über die nächste kreative Idee freue. Das finde ich eine ziemlich vernünftige Erinnerung daran, dass wir im Urlaub nicht alles gleich wichtig nehmen müssen. Ich darf fünf Gänge großartig finden. Ihr darf eine Suppe reichen.
— Marcus Berg, wir waren da.
Betreuung
- Betreuungszeitraum
- ganzjährig
- Eltern dabei
- zur kurzen Eingewöhnung
Essen
- Verpflegung
- Halbpension
- Kinderbuffet oder Kindermenü
- ja
- Betreutes Kinderabendessen
- ja
Wasser & Wellness
- Außenpool
- 2, beheizt
- Innenpool
- 2
- Kinderbecken
- ja
- Babybecken
- ja
- Rutschen
- 3
- Whirlpool
- ja
- Naturwasser
- ja
- Sauna
- ja
- Pool-Details
- Onsen Pool, Seepool im Badesee, 25-Meter-Infinity-Pool mit Panoramablick, 70-Meter-Rutsche mit Zeitmessung, Whirlpool am Waldrand
- Wellness
- 5700 m²
Wohnen
- Kategorien
- Doppelzimmer
- Suite
- Familiensuite Bergbalance
- Familiensuite Heimatgefühl
- Luxus-Chalet Suite
- Garten Loft Suite
- Zimmergröße
- 21–145 m²
- Hunde
- erlaubt
Lage & Draußen
- Adresse
- 5771 Leogang
- Umgebung
- Berge
- Wald
- Badesee
- Skigebiet
- Spielpark
- ja
- Aktivitäten
- Ponyreiten
- Alpaka-Wanderung
- miniGUT Bauernhof (Streicheltiere)
- Holzwerkstatt
- Malen nach Arno Stern
- Pizza backen
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- Zimtschnecken backen
- Schwimmkurse mit Schwimmlehrer
- Wasserwerkstatt
- Ausflüge
- Leoganger Steinberge
- Asitz Bike- und Wanderpark
- Skiregion Saalfelden-Leogang
- Steinernes Meer
- Lift fußläufig
- ja
Prüfer

Gründer
Marcus Berg
Reisegruppe: Mit Partner und Kindern, 2 und 6 Jahre
„Für mich zählt im Familienhotel die gemeinsame Zeit & der Komfort.“
Besucht von Marcus Berg, wir waren da
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Die Gästebewertungen haben wir am bei den Bewertungsportalen abgerufen.
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